Vor rund 20 Jahren trank ich meinen ersten Réméjeanne im Restaurant Mas Rodières in Cornillon. Es war der Beginn einer langen Freundschaft. Im Juli 2007, am ersten Tag nach einer langen Regenperiode, ass ich im Garten des Restaurants Sternen im Kloster Neuenhof in der Schweiz und fand ihn dort auf der Weinkarte. Mich freut jede Assoziation und jeder Fluchtpunkt zum Midi, meiner zweiten Heimat. Rémy Klein, der die Domaine 1988 von seinem Vater übernommen hat, produziert noch wesentlich gehaltvollere Weine, z.B. Les Eglantiers, les Genévriers, les Chèvresfeuilles, die es spielend mit den massiv teureren Gewächsen aus dem Châteauneuf aufnehmen können. Am Les Arbousiers schätze ich, dass er einen mit seiner Kraft nicht gleich erschlägt. Ich bin kein ausgesprochener Freund des Trends zu immer schwereren Weinen, die sich daher vielleicht immer weniger differenzieren. Les Arbousiers aus Grenache und Syrah hat Frische und Fruchtigkeit und ist trotzdem kein Leichtgewicht. Dass er nicht im Holzfass, sondern nur im Tank gereift ist, glaubt man ihm kaum. Vielleicht liegt es daran, dass in der Domaine Réméjeanne die Trauben noch von Hand und zum richtigen Zeitpunkt gelesen und aussortiert werden, während links und rechts die Erntemaschinen aus den Reben heulen.
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